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Fotografin ⋅ Nadine Schachinger

1. September 2018
„Mit dir bleibt die Welt stehen…“

Genau diese Worte kamen mir in den Sinn, als ich die Bilder von Nadine das erste Mal betrachtet habe. Sie sind der Inbegriff von Stille, Einheit und Naturliebe. Echte Emotionen sind der Schlüssel für die Art und Weise ihrer Fotografien. Diese Nähe und das Ausblenden von „links und rechts“ macht sie einzigartig in ihren Bilderwelten. Ich selbst habe mich erwischt, dass wenn ich auf ihre Bilder blicke, den Wind höre. Zauberei? Nein einfach nur — Herzflimmern.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Fotografie umgibt mich schon seit Kindertagen. Mein Großvater hat leidenschaftlich fotografiert, damals noch analog, und das hat mich immer sehr geprägt! Eine Kamera war immer gegenwärtig, mal mehr mal weniger. Doch irgendwann ist mir klar geworden, dass ich gar nichts anderes machen möchte, als ständig durch diesen Sucher zu gucken und Momente festzuhalten! Mit 14 habe ich meine erste Spiegelreflexkamera bekommen, bin in die Natur raus, habe Freunde fotografiert und Details aufgeschnappt. Nach meinem Abitur habe ich begonnen Multimediaart in Salzburg zu studieren, und mich dort auf Fotografie und Illustration spezialisiert. Schon während meines Studiums habe ich mich selbstständig gemacht und mich besonders in die Peoplefotografie in Kombination mit Natur verliebt. Nach meinem Masterabschluss ist die Selbstständigkeit und die Liebe zu dem was ich tue geblieben und somit seit einigen Jahren mein Job.

Welches Bild hat dich in deiner Kindheit am meisten geprägt?

Einerseits das Bild von meinem Opa und seiner Kamera, und ganz viele alte Bilder die er von meinem Vater und meiner Tante gemacht hat. Ich liebe es diese analogen kleinen Momente anzusehen und mich in die Kindheit meines Papas zu versetzten. Andererseits schwarzweiß Fotografien, und ganz früh schon Richard Avedons „In the American West“ Serien, die hatte ich irgendwann mal aufgeschnappt und fand sie unheimlich spannend, obwohl sie nicht viel mit dem zu tun haben was ich heute mache. Aber sie zeigten Menschen, so wie sie waren, das hat mich fasziniert.

Welche Fotografen arbeiten mit dir zusammen?

Ich arbeite alleine, aber gerne tausche ich mich natürlich mit Fotografen aus bzw. bin mit vielen sehr eng befreundet! Zum Beispiel Carolina Auer, Christina Brüschke (Slicpic), Maren Heinze (Dunkelbunt Photography) oder Debby von Lovers, Sinners, Saints /Kunterbunt Fotografie. Wir sind eine eingeschworene Gruppe, treffen uns ein paar mal im Jahr um ein paar Tage zusammen zu verbringen, gemeinsam Projekte umzusetzen und uns zu inspirieren!

Und welcher Fotograf hat dich damals am meisten inspiriert? Welche der Einflüsse sind heutzutage in deinen Bildern zu sehen?

Zu Beginn hat mich mit Sicherheit mein Fotografielehrer während meines Studiums sehr geprägt, ohne dass er es vielleicht weiß. Andrew Phelps ist ein amerikanischer Dokumentarfotograf und mit den Jahren, auch Jahre nach meinem Studium, tendiere ich immer mehr dazu, dokumentarisch zu arbeiten. Er war es, der mir die Augen geöffnet hat, die kleinen, manchmal unscheinbaren Dinge im Leben zu sehen und festzuhalten. Egal ob in der Portrait- oder Hochzeitsfotografie, ob auf Reisen oder bei Familienshootings. Die ungestellten, echten Momente sind es, die dich einfangen möchte. Ich versuche mich nicht zu sehr von anderen Fotografen beeinflussen zu lassen, sondern eher mein eigenes Ding zu machen. Aber es gibt aber natürlich Fotografen, deren Arbeit ich sehr schätze: zb. André Josselin, Lukas Piatek, Ines Rehberger.

Fotografierst du „kopflos“ und spontan drauf los, wenn du mit deinen Models in die Natur gehst oder machst du dir einen strikten Plan, den du dir als Richtlinie setzt?

Ich fotografiere sehr intuitiv und spontan! Das einzige was ich mir vorher überlege, wenn ich mit Models zusammenarbeite, ist das Outfit und Firsur/Makeup und in welcher Location ich arbeiten möchte. Ich mache selten Moodboards, und schon gar keine Bildideen, ich passe mich den Gegebenheiten vor Ort an und überlege nicht viel! Genauso bei Pärchen oder Familienshootings, ich lasse sie einfach machen und nehme die Momente mit.

Was muss dich in deinem Arbeits- und Kreativzimmer umgeben, so dass du dich wohlfühlst?

Ich habe ein Atelier in der Altstadt von Berchtesgaden, dass so eingerichtet ist, das ich mich wohlfühle, hell, mit einigen Flohmarkt/Vintagestücken und viel Kunst um mich herum. Prinzipiell inspiriert mich beim Arbeiten am meisten Musik, ich höre viel Singersongwriterzeug wie Bon Iver, Daughter, Annenmaykantereit oder Laura Marling während der Bildbearbeitung oder schauen nebenbei Netflixdokus *haha.

Wenn du deine Beziehung und Leidenschaft zur Fotografie beschreiben müsstest, wie sieht diese Lovestory aus?

Diese Liebe ist schon immer da gewesen. Sie hat mich immer fasziniert und tut es heute noch, jeden Tag aufs neue. Und mir würde es im Herzen weh tun, wenn ich die Kamera lange Zeit nicht benutzen könnte. Ich werde so oft gefragt ob ich nicht Presets verkaufen oder Workshops geben will, weil man damit doch so viel Geld verdienen kann. Aber das bin nicht ich. Ich will nur fotografieren.

Hat sich dein Schwerpunkt der Fotografie seit den Anfängen verändert?

Früher habe ich hauptsächlich Portraits gemacht, und mein Herz hängt noch immer sehr daran. Mittlerweile fotografiere ich auch mehr Hochzeiten und Pärchen, weil ich es liebe die Liebe festzuhalten. Aber im Prinzip bin ich immer noch bei den Menschen hängen geblieben. Leute wie du und ich. Und die Natur, mit all ihren Facetten und Details, von der kann ich nie genug bekommen.

Wann entsteht dein ganz besonderen Herzflimmermoment?

Wenn ich mit tollen Menschen in einer tollen Landschaft oder einfach nur einer kleinen Gasse in der Altstadt stehe, Spaß habe und genau das tue was ich liebe. Marmeladenglasmomente festhalten.

www.herz-flimmern.com

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