ALLGEMEIN

Summ Summ Summ – Stumm

5. Mai 2020

„Damals haben wir geflucht, wenn wir im Sommer barfuß auf eine Biene getreten sind – jetzt sehnen wir uns nach dem Summen.“

Wenn der Frühling in den Startlöchern steht, kribbelt es mich wortwörtlich in den Fingern endlich wieder in den Garten zu dürfen und zu säen und zu pflanzen. Als wir damals in der Großstadt lebten, war der ganze Balkon zugewuchert und bepflanzt. Denn Bepflanzen und Gärtnern kann man überall. Natürlich hat man im Garten mehr Möglichkeiten, aber auf der Terrasse oder auf einem kleinen Balkon kann man sich ebenfalls eine grüne Oase schaffen. Seitdem das Bienen- und Insektensterben immer drastischer wird und man schon zusehen kann, wie sie eingehen und verstummen, macht es mich sehr nachdenklich und unfassbar traurig und ich versuche mir jetzt schon Gedanken zu machen, wie ich den Garten eindecken kann, so dass jeder etwas davon hat. Ganz besonders die Insekten und die Bienen.

 

Wildblumen

DIY-Regal aus alten Weinkisten. Foto: Sebastian Magnani, AT Verlag

Doch was sind Wildblumen? Der Begriff „Wildblume“ ist keine botanische Bezeichnung, sondern entstammt der Umgangssprache. Damit gemeint sind in diesem Lexikon nicht kultivierte Blumen-Arten, die in Deutschland, Österreich oder der Schweiz heimisch sind. Wildblumen wachsen wie Wildkräuter, Wildsträucher oder Wildgemüse in freier Natur z.B. als Waldblumen oder Wiesenblumen. WANN? Wildblumen werden entweder im Frühling oder aber im Herbst ausgesät. Die Monate Februar bis Mai und August bis Oktober eignen sich am besten. Damit sind 7 von 12 Monaten im Jahr Aussaatmonate. WO? In einem großen Garten schauen Wildblumen ganz wunderbar aus.  Sie lassem sich aber auch in kleinen Balkonkästen anpflanzen. Eine weitere Alternative ist das DIY-Paletten-Hochbeet – optimal für kleine Balkone. WIE? Wildblumensaaten werden nicht tief in der Erde verbuddelt. Nehmt die Samen einfach in die Hand und verstreut diese im Beet oder eurem Topf. Da Wildblumen nicht so dicht angepflanzt werden sollten wie etwa Gras, könnt ihr die Samen mit einem Füllstoff mischen. Dafür eignet sich etwa ungewaschener Sand. Nach dem Aussäen die Samen unbedingt andrücken, damit diese Kontakt zur Erde erhalten  und nicht austrocknen und keimen können. Die Keimungszeit beträgt etwa 3 Wochen. Sollte es in dieser Zeit nicht ausreichend regnen, einfach alle 2 Tage bewässern.

 

Wie kann ich helfen?

Mit den handgedrehten SeedbombsDie kleinen Bällchen eignen sich hervorragend, um tristen oder brachliegenden Flächen in der Stadt oder im Garten neues Leben einzuhauchen. Die Seedbombs müssen nicht eingepflanzt werden, sondern können direkt oder per Wurfsendung an der gewünschten Stelle ausgebracht werden.

Die Mischung aus Ton und Humus verhindert, dass die Samen austrocknen oder durch Regen weggeschwemmt werden. Bei der Standortwahl sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Einmal gut durchfeuchtet legen Samenbomben den Turbo ein und keimen schon nach wenigen Tagen. Die ersten Blüten werden – je nach Wetter – nach etwa 4 Wochen sichtbar. Dann beginnt das Feuerwerk der Farben!

 

Hmm…lecker! Das Schmetterlings-Buffet:

  1. Achillea millefolium (Gemeine Schafgarbe)
  2. Adonis aestivalis (Sommer Adonisröschen)
  3. Agrostemma ghitago (Kornrade)
  4. Alyssum maritimum (Strand-Silberkraut)
  5. Ameranthus caudatus (Garten-Fuchsschwanz)
  6. Angelica archangelica (Arznei-Engelwurz)
  7. Anthemis tinctoria (Färberkamille)
  8. Callistephus chinensis (Sommeraster)
  9. Centaurea cyanus (Kornblume)
  10. Cheiranthus allionii (Sibirischer Goldlack)

 

So locken wir Insekten in den Garten

Insekten wie die Große Wollbiene (Anthidium manicatum) sind wärmeliebend und mögen sonnige Plätze. Wer ihnen etwas Gutes tun möchte, kann einen Steinhaufen im Garten anlegen. Auch eine Trockenmauer ist ein tolles Plätzchen. Mit Trockenmauern lassen sich Hänge ansprechend gestalten – und im Gegensatz zu Fertigteilen und Beton werden die Natursteine mit dem Alter immer schöner. Hinzu kommt, dass Trockenmauern sehr leicht zu pflegen sind. Einmal fertig, können sich dort wärmeliebende Arten in den Fugen verkriechen.  Damit das Element optimal genutzt wird, können auch Pflanzen eingebracht werden. Frühlingsfingerkraut und Mauerpfeffer kommen mit den Bedingungen an der Mauer gut zurecht. Wer einen zusätzlichen Nutzen haben möchte, kann sich auch eine Schmetterlingsspirale anlegen– davon profitieren alle.

Mit verschiedenen Pflanzen können Trockenmauern gut ergänzt werden. – Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Die Trockenmauer oder der Steinhaufen können auch durch Lehm oder Tonelemente ergänzt werden. Dabei ist nur wichtig, dass sowohl Lehm als auch Ton regensicher und sonnig gelegen sind.

Natursteine und Lehm sind ein günstiges Baumaterial und regional erhältlich. Ton gibt es im Bastelladen. Die Mauer oder der Haufen sollten ein Fundament haben und mit feinerem Material hinterfüllt werden, damit sich auch Öffnungen verschiedener Größe bilden. Auf Pinterest findet ihr verschiedene Umsetzungen und könnt euch inspirieren lassen.

 

 

Bienenhotel Pinta. Foto: Nabu Shop

Mit dem Bienenhotel „Pinta“ bietet man Solitärbienen einen geeigneten Nistplatz. Solitärbienen sammeln Pollen und Nektar, den sie in die einzelnen Röhren eintragen. Dort werden in mehreren Brutkammern Eier hinzugelegt. Dieses Ritual wird wiederholt, bis die jeweilige Röhre gefüllt ist und am Ende verschlossen wird. Die Entwicklung der Larven dauert einige Wochen bis zu einem Jahr und selten auch mehrere Jahre. Das Treiben der fleißigen Bienen ist sehr spannend und lehrreich zu beobachten. Bereits belegte und wieder von geschlüpften Bienen verlassene Pflanzenstängel brauchen in der Regel weder gereinigt, noch gleich ausgetauscht zu werden. Diese Stängel werden wiederholt angenommen. Wildbienen sollten im Garten ausreichend heimische Nektarpflanzen vorfinden und bitte keine Insektengifte und sogenannte „Unkrautvernichtungsmittel“ (Pestizide) benutzen. Tipp: Das Bienenhotel kann man mit Leinöl einölen, als ökologischen Holzschutz.

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